Mehr Unterstützung für Ehrenamtliche und Vereine

Eric Leiderer

Unsere Vereine leisten einen starken gesellschaftlichen Beitrag und vermitteln grundlegende gesellschaftliche Werte. Hier wird viel abverlangt. Allerdings drohen so manche Vereine, Kirchengemeinden und andere Organisationen zu überaltern, da sich immer weniger junge Menschen engagieren. Unser stellv. Vorsitzender Eric Leiderer stellt Ideen vor, wie durch zeitgemäße Ansätze diese Arbeit erleichtert werden könnte.

Wie könnte man dem negativen Trend entgegenwirken? Der zunehmenden Individualisierung – gerade durch die digitalen Medien – sollte mit einer aktiven Unterstützung der Jugendarbeit in den Vereinen begegnet werden. Wir sind gut beraten, uns darauf einstellen, dass sich die Vereinsarbeit – gerade durch die digitalen Medien – verändern wird. Zum einem bei der Mitgliederkommunikation und zum anderen bei den Angeboten. Auch der Digitalisierungsprozess im Vereinsleben muss von Politik und Verwaltung unterstützt werden.

Wie könnten wir wieder mehr Menschen für das Ehrenamt gewinnen? Die ehrenamtliche Arbeit müsste gesellschaftlich einen höheren Stellenwert bekommen. Dies sollte sich auch in Form von attraktiven Vergünstigungen, z.B. durch kostenlose Nutzung des ÖPNV und städt. Einrichtungen (Eishalle, Schwimmbad, etc.) bemerkbar machen. Am besten für die ganze Familie.

Wie könnten die Vereine besser unterstützt werden? Eine sinnvolle Hilfe – vor allem für kleinere Vereine – könnte die Bearbeitung von behördlichen Auflagen wie Anmeldeprozedere, Sicherheit, Datenschutz und Hygienevorschriften bei Veranstaltungen sein. Eine Art Servicestelle für Vereine im Rathaus. Ein weiterer Beitrag könnte ein kostenloses „Car-Sharing-System“ (Kleinbusse) zum Personentransport oder größerer Gegenstände sein. Oder die Unterstützung und Organisation von Kompaktkursen für Übungsleiter/innen. Es wäre auf jeden Fall noch viel machbar.

Was halten Sie von einem Bürgerzentrum in Schweinheim?

Peter Stoll

Heute wollen wir Ihre Aufmerksamkeit auf das Thema „Bürgerzentrum und Jugendtreff“ lenken. Zwar gibt es im Stadtgebiet diverse Angebote für Jung und Alt; diese halten wir jedoch für ausbaufähig. Deswegen schlagen wir ein Bürgerzentrum als Begegnungsstätte in Schweinheim vor. Dazu fragen wir unseren Ortsvereinsvorsitzenden Peter Stoll.

Warum, wo und wie könnte so ein Bürgerzentrum entstehen?
Ein klug konzipiertes Bürgerzentrum könnte das aktuelle Angebot der Schweinheimer Vereine und Kirchen sehr gut ergänzen und durch neue Impulse bereichern. Andere Stadtteile mit Bürgerzentren profitieren bereits in vieler Hinsicht von einer solchen kulturellen Begegnungsstätte. Nach Analyse der Bevölkerungsstruktur muss ein bedarfsgerechter Standort gesucht werden, möglichst zentral. In einem der größten Stadtteile von Aschaffenburg sollte ein solches Projekt unter städtischer Leitung entstehen und geführt werden.

Was soll in dem Bürgerzentrum passieren?
Das müsste unter breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Vereine und Organisationen mit Leben gefüllt werden. Durch Angebote in Sachen Inklusion, Betreuung, Kultur und Vereinstätigkeit könnte es als Anlaufpunkt und für kulturelle Veranstaltungen (Vorträge, Seminare, Infoabende, etc.) für alle nutzbar sein. In die Räumlichkeiten könnten auch beispielsweise Vereine Mitgliederservice (z.B. Sprechstunden) anbieten. Darüber hinaus wäre auch denkbar, dass andere Träger, zum Beispiel mit Bildungsangeboten für Jugendliche, Erwachsene und Senioren das vorhandene Angebot in Schweinheim bereichern.

Und was ist mit den Jugendlichen?
Der Jugendtreff in der Hockstraße wird zukünftig für Jugendliche nicht mehr zur Verfügung stehen. Dafür brauchen wir eine adäquate Lösung, die aber auch weiterhin unter städtischer Leitung stehen sollte. Die Planungen hierfür laufen bereits auf Hochtouren. Wichtig wäre uns hier eine Beteiligung der Jugendlichen. Deren Ideen und Bedürfnisse sollen einbezogen werden. Nur so wird ein Jugendtreff von den Betroffenen auch angenommen.

Wohneigentum für junge Familien in der Stadt – wie kann das gehen?

Veit Kolb

Diesmal setzen wir die Themenreihe unseres Ortsvereins „Ideen für Schweinheim“ mit Überlegungen zur Förderung von Wohneigentum für Familien fort. Dazu präsentiert unser Mitglied Veit Kolb ein Modell, das Chancen für den Immobilienerwerb verbessern soll.

Bei den momentan hohen Grundstücks-/ Immobilienpreisen haben Familien oft das Nachsehen, wenn es um den Erwerb eines Baugrundstücks oder einer Bestandsimmobilie geht. Durch eine spezielle Art der Förderung soll ein Wegzug junger Familien in umliegende Gemeinden vermieden werden.

Wie kann diese Förderung aussehen?
Die Stadt soll dabei eigenes Bauland vergünstigt an Ortsansässige abgeben oder einen Zuschuss beim Immobilien-/ Grundstückserwerb zahlen. Wichtig ist, den Zuschuss auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie, sei es Wohnung oder Haus, zu zahlen, um einen unnötigen Immobilienleerstand und damit übermäßige Flächenversiegelung zu vermeiden.

Wie kann eine Vergabe funktionieren?
Die Vergabe von Bauland kann beispielsweise nach einem Punktesystem funktionieren. Dabei werden bestimmten Kriterien definiert (z.B. Ortsgebundenheit, Einkommen, Kinderzahl, ehrenamtlicher Einsatz), die letztlich für die Förderung den Ausschlag geben.

Was ist der Sinn, junge Familien in Aschaffenburg zu halten?
Das traditionelle Familienmodell unterliegt einem Wandel. Familien sind aber weiterhin eine Stütze der Gesellschaft und bedürfen kommunaler Hilfen. Hierzu ein Beispiel: Während Opa mich früher vom Kindergarten abholte oder ich zeitweise meine Ferien unweit der Großeltern verbrachte, ist dies heute aufgrund räumlicher Trennung oftmals nicht möglich. Dazu kommt der Druck, Arbeit und Familie zeitlich unter einen Hut zu bringen, da das Kind nach der Arbeit noch schnell beim Kindergarten abgeholt werden muss. Aschaffenburg braucht auch künftig eine gesunde Altersstruktur und deswegen sind junge Familien für die Stadt ein kostbares Gut. Die Förderung von Eigentum ist dafür unerlässlich.

Problem: Verkehrsbelastung in Schweinheim und der Innenstadt Was kann man dagegen tun? Park & Ride Parkplatz am Kreisel nach Haibach!

Robert Pauly

Unser Ortsvereinsmitglied Robert Pauly stellt heute sein Modell vor, einen Teil der nach Schweinheim und Aschaffenburg strömenden Autos vor der Stadt parken zu lassen.

Die Verkehrsbelastung der Stadt und damit auch unserer Stadtteile Schweinheim und Gailbach nimmt seit Jahren zu. Hatte früher die Familie ein Auto, sind es heute im Durchschnitt zwei oder gar drei Fahrzeuge. Das Einkaufen mit dem Auto in der Innenstadt wird für alle Beteiligten immer mehr zu einer Stressbelastung der Nerven und eine Umweltbelastung durch den hohen CO2–Ausstoß. Wir vom SPD Ortsverein sind davon überzeugt, dass ein P&R Platz an der oberen Würzburger Straße auch die Durchgangsbelastung in Schweinheim vermindern kann. Außerdem könnte dies auch eine Entlastung für Berufspendler mit sich ziehen.

Wo könnte ein solcher P&R Parkplatz entstehen? Platz wäre gegenüber der Aral-Tankstelle und auch im Bereich der Schweinfurter Straße. Hier könnte eine direkte Anbindung an den Kreisel erfolgen.

Wer könnte den P&R nutzen? Alle, die von Haibach/Gailbach oder dem Spessart kommen und in Aschaffenburg arbeiten und/oder einkaufen wollen. Eine Kostenlose Nutzung des Parkplatzes und der Busverbindung in die Innenstadt könnte entsprechende Anreize schaffen. Außerdem könnte durch einen Fahrrad Abstellplatz auch das nähere Umfeld diese Pendelmöglichkeit nutzen.

Wie könnte das finanziert werden? Die Finanzierung kann über eine Erhöhung der Parkpreise in den städtischen Parkhäusern und Parkautomaten zumindest zum Teil abgedeckt werden. Damit würde auch gleich die Attraktivität des P&R Angebotes steigen.

Was halten Sie von einem kostenfreien City-Ticket?

Sonja Preuß

Der zunehmende (Auto-)Verkehr in unserer Stadt ist seit Jahren ein großes Thema. Um den Individualverkehr in der Innenstadt und im Stadtteil Schweinheim zu verringern, bzw. den Verkehrsteilnehmern eine attraktive Alternative zu bieten, setzen wir uns für eine kostenfreie Nutzung des ÖPNVs ein. Unser Ortsvereinsmitglied Sonja Preuß hat sich darüber Gedanken gemacht.

1) Welche Linien sollen kostenfrei werden? Natürlich ist das langfristige Ziel, dass sämtliche Buslinien für alle Bürger/innen frei sind. Zunächst wäre es bereits für die Stadtteile von Vorteil, da gerade die kurzen Strecken aus Kosten-/Nutzengründen lieber schnell mit dem Auto wahrgenommen werden. Dabei wird vielleicht übersehen, dass beim Parken in der Stadt Gebühren anfallen, die mitunter höher sind als die Kosten mit dem Stadtbus.

2) Ist es wirklich umweltfreundlicher, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen? Ja, und zwar sehr deutlich. Nach einer Studie der Stadt Aachen wird der CO2-Ausstoß pro Kilometer bei einem Auto mit dem eines gut besetzten Stadtbusses verglichen. Demnach liegt der CO2-Ausstoß beim Auto bei 177 g/km. Bei einem Bus hingegen liegt der CO2-Ausstoß bei 30 g/km. Ich denke, diese beiden Zahlen sprechen für sich. Sie zeigen auf, was wir tagtäglich an CO2-Ausstoß einsparen könnten, wenn die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für die Bürger/innen attraktiver wäre.

3) Könnte sich durch das kostenfreie Angebot etwas an der Taktung der Linien ändern? Gerade wir in Schweinheim wissen ob unserer hervorragenden Anbindung an die Innenstadt, seit wenigen Jahren verstärkt durch die neuen Haltestellen um das Neubaugebiet „Am Gäßpfad“. Haltestellenbedingt erstrecken sich die Wartezeiten von 10 bis hin zu 60 Minuten. Die Befürchtung, die Taktung der Linien würde mit der freien Nutzung seltener werden, sehen wir nicht. Im Gegenteil: Gerade wenn die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei sind, ist eine höhere Nutzung zu beobachten, wie wir das durch den kostenfreien Samstag sehen können.

Einkaufsbuss in Schweinheim

Manuel Michniok

Was halten Sie von einem Einkaufsbus für Schweinheim?
Unser Ortsverein hat einige Ideen für Schweinheim, die wir Ihnen in den nächsten Wochen vorstellen möchten. Heute widmen wir uns dem Thema „Nahversorgung“, denn diese geht im Ortskern immer weiter zurück. Als Lösung für dieses Problem schlagen wir einen Einkaufsbus vor. Dazu fragen wir unseren stellvertretenden Vorsitzenden Manuel Michniok.

Wie ist das geplant, bzw. wo soll der Bus fahren?
Wir möchten einen kleinen Bus anbieten, der an bestimmten Tagen bestimmte Punkte/Ecken in Schweinheim /Gailbach anfährt. Dabei soll es sich um eine festgelegte Route handeln, die dann Haltepunkte wie zum Beispiel die Spessartstraße (Lidl, etc.), die Würzburger Straße (Edeka, Aldi, DM, Brotmacher, etc.) oder die Marienstraße (Penny, etc.) anfährt. Die Stationen können natürlich noch ergänzt werden. Dies wird man dann in regelmäßigen Abständen überprüfen müssen.

Wer kann/soll diesen Einkaufsbus nutzen?
Der Bus soll für alle nutzbar sein. Wir haben hier natürlich in erster Linie auch an ältere Menschen gedacht, die nicht so mobil sind. Außerdem ist es eine gute Alternative, um nicht den eigenen PKW nutzen zu müssen. So leisten wir auch einen Beitrag zum Klimaschutz und reduzieren den Individualverkehr, was gleichzeitig infolge der Verringerung von Lärm und Schadstoffen zu einer Erhöhung der Lebensqualität in Schweinheim führt.

Wie könnte das finanziert werden?
Einen Großteil könnten die Versorgungsmärkte finanzieren. Schließlich bringen wir die Menschen ihnen an die Geschäfte. Im Gegenzug wäre zum Beispiel eine Anbringung von Werbung auf den Kleinbussen möglich. Solche Konzepte haben sich auch schon in anderen Städten bewährt. Wenn diese Idee Zustimmung findet, werden wir als SPD hierzu ein realistisch finanzierbares Konzept vorlegen.